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 Das Büro wurde spät geboren. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts benutzten Kleriker das Skriptional, ein kleines tragbares oder freistehendes Schreibpult, während in der häuslichen Einrichtung Truhen und Tische als Schreibmöbel verwendet wurden. Um sie vor Tintenflecken zu schützen, wurden sie mit einem Teppich aus Holzspänen bedeckt, was dem "Schreibtisch" seinen Namen gab. Eine Flip-Top-Schreibmappe enthält Schreibmaterial. Neue Formen des Büros im 18. Jahrhundert / Ab dem Regency lösten sich Dekoration und Möbel allmählich von der Feierlichkeit, die sie im 17. Jahrhundert hatten, um sich einer immer größeren Suche nach Komfort und Intimität zuzuwenden. Auch die Büroräume änderten sich in Größe und Ausstattung, angepasst an Kleinstwohnungen. Unter Ludwig XV. tauchte beispielsweise in den 1760er Jahren auch der "dos d'âne"-Schreibtisch auf, der geschwungen und allseitig verziert war und deshalb in der Mitte eines Raumes aufgestellt werden konnte und offenbar für Frauen gedacht war. Der bonheur-du-jour taucht ebenfalls in den 1760er Jahren auf und scheint für Frauen entworfen worden zu sein. Dieser kleine, hohe und schlanke Damenschreibtisch besteht aus einem Schreibtisch mit einer Reihe von Schubladen oder Blättern. Die andere große Erfindung ...
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Paolo Cappello
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Sarah Lavoine
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Christian de Beauvais
D.P.L.G Architect
... ist der zylindrische Schreibtisch, der 1760 von Jean-François Œben für Ludwig XV. entworfen und 1769 von Jean-Henri Riesener geliefert wurde: Er ist sehr einfach zu bedienen, ermöglicht es, die Papiere mit einer einzigen Geste auf dem Tisch zu verbergen und war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ein großer Erfolg. Aus Flandern stammend, wurde der Scriban im 18. Jahrhundert über Bordeaux nach Frankreich importiert: aus Mahagoni- oder Naturholz gefertigt, ist er ein Möbelstück mit zwei Körpern, wobei der obere ein Bücherregal, der untere eine Kommode bildet. Es ist in der Mitte durch einen Klapptisch getrennt. Unter Ludwig XVI. taucht ein neues Schreibmöbel auf, das eine lange Zukunft vor sich hat: die secrétaire à plattèt en cabinet, die unter dem Empire und bis Louis-Philippe zur traditionellen secrétaire à plattèt wird, die für ihre schlichten Volumina und ihr großes Fassungsvermögen geliebt wird.  Vom Schreinerschreibtisch zum funktionalistischen Schreibtisch / Jugendstil und dann Art Deco setzten diese Tradition fort, indem sie den Schreibtisch zum Möbelstück machten: Der Jugendstil entdeckt die Rundungen und Intarsien des Louis XV-Stils wieder, Art Deco hebt dunkle und kostbare Essenzen wie Mahagoni, Ebenholz oder Makassar hervor und verbindet den Luxus der Materialien mit einer monumentalen Geometrisierung der vom Louis XVI-Stil übernommenen Formen. Mit dem Funktionalismus und dem Aufkommen des Metalls ab 1927 wurden der Schreibtisch und sein Stuhl zu emblematischen Möbelstücken eines neuen Geistes: reine und geometrische Linien, ohne Ornamente, der Schreibtisch muss vor allem ein angenehmes Arbeitsumfeld fördern. Der Bürostuhl wird ebenso ergonomisch sein wie der Schreibmaschinenstuhl: Die variable Höhe, die Beweglichkeit des Untergestells mit Rollen, die neigbare Rückenlehne und die Kopfstützen erlauben es dem Körper, stundenlanges Arbeiten im Sitzen zu ertragen oder auch mal ein Wort in Bewegung zu setzen.

Das Büro des Ministers, Symbol der Macht / Durch die Enge unserer heutigen Wohnungen wird das Büro immer kleiner. Aber das Exekutivbüro bleibt eines der Symbole der Macht: Es ist den größten Gestaltern des Augenblicks vorbehalten, die die verschiedenen Präsidenten der Republik anrufen, um den Elysée oder die Ministerien einzurichten. Obwohl diese Designer keine neuen Formen mehr erfanden, wie z.B. Œbens Kreation des Zylinderschreibtisches für Ludwig XV, boten sie dennoch einzigartige Stücke an und fanden durch den Luxus der Materialien, die Weite oder Anmut der Formen den Geist der großen Kunsttischler des 18. So Pierre Paulin, der für den Mobilier National Einzelstücke oder limitierte Auflagen kreiert: Ihm verdanken wir den 1983 bestellten und 1988 ausgelieferten François Mitterrand Schreibtisch. Es ist André Putman, der 1985 das Büro des Kulturministers entworfen hat: In Form eines Halbmondes kombiniert es Platane und Bronze, während der Bürosessel mit einem sehr eleganten Rohlederbezug versehen ist.  Vom Büro zum Büro: Freiflächen / Mit der Entwicklung des tertiären Sektors hat die Fläche für Bürotätigkeiten nur zugenommen. In den 1950er Jahren wurde das Konzept des "Open Space" geboren, einer offenen Plattform, bei der die Büros nicht mehr getrennt sind und die Mitarbeiter sich gegenseitig sehen und hören können. Mit der Zunahme von Call-Centern wurden auch neue Formen von Online-Büros geschaffen, die kompakt sind und dünne Wände haben. Die offenen Grundrisse des Open Space stammen aus den "Großraumbüros", die die Gebrüder Schnelle in den 1950er Jahren erdachten: "Ein offener Arbeitsraum öffnet die Köpfe." Dieses Konzept war in den Vereinigten Staaten ein großer Erfolg, bevor es in den 1980er Jahren Europa eroberte. Zum Beispiel die Büros der Connecticut General Life Insurance Company in Bloomfield, die 1957 von Florence Knoll Basset in Zusammenarbeit mit Gordon Bunshaft entworfen wurden. 

Der offene Grundriss, die mobilen Bürotrennwände, die Anordnung der Arbeitsplätze und die Deckenbeleuchtung durch abgehängte Leuchtdecken sollen erhebliche Platzeinsparungen ermöglichen, für mehr Komfort am Arbeitsplatz sorgen, eine bessere Kommunikation zwischen den Mitarbeitern gewährleisten und den Managern einen globalen Überblick über die Aktivitäten des Unternehmens verschaffen. Während das Bloomfield-Beispiel vor allem von der neutralen und kontemplativen Architektur Mies van der Rohes inspiriert ist, werden in der ursprünglichen Vision der Gebrüder Schnelle die mit zahlreichen Grünpflanzen und Gemälden geschmückten Landschaftsbüros zur Natur und zur Kunst hin geöffnet, wird der Standardtypus der Open-Space-Gestaltung inzwischen von einigen in Frage gestellt. Ihm wird vorgeworfen, dass er laut ist und dass es für den Arbeitenden nie möglich ist, sich zu isolieren, da er einem Dritten, Kollegen oder Vorgesetzten ausgeliefert ist. In "Surveiller et punir" (1975) kritisierte Michel Foucault bereits diese panoptische und utilitaristische Einteilung, die von den Brüdern Bentham Ende des 18. Jahrhunderts für die Gefängniswelt erdacht und dann auf die Arbeitswelt übertragen wurde. Firmenmöbel / In Unternehmen gelten die Prinzipien des Open Space auch für den Tresen, heute Empfangstresen genannt: Schluss mit dem alten Tresen als Trennwand zwischen Mitarbeitern und Publikum. Empfangsschreibtische sind sorgfältig gestaltet: aus Kirschholz, Buche oder Spanplatte, oft in hellen Farben, um eine sanfte Harmonie und eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen. Ihre umhüllenden Formen und 90°-Winkel sollen einladend wirken. Einige sind mit Taschenablagen ausgestattet, andere sind für einen sitzenden Empfang des Besuchers gemacht. Auf die gleiche Weise versteckt die Bürogarderobe heute eine große Solidität unter falschem Holz oder hellen Farben, die diesem utilitaristischen Möbelstück einen warmen Aspekt verleihen sollen. Auch die Speicherplätze haben sich geändert. Speziell für die Lagerung von Archivboxen konzipiert, bietet das modulare Regal vielfältige Lagerkombinationen: Das Fehlen von Querstäben ermöglicht einen einfachen Zugang zu allen Seiten. Auch der Büroschrank zur Aufnahme von Archivboxen hat sich verändert: Statt des alten, teilweise schwer zu handhabenden und oft lauten Metallrollladenschranks gibt es Schränke mit Schiebetüren, ausgestattet mit verstellbaren Fachböden und mit Halterungen für Hängemappen, Ablageboxen oder A4-Ordner. Ähnlich modular ist auch der Konferenztisch: Ob er ein U oder einen Halbkreis bildet, er vereint oder trennt, je nach Bedarf, jeder Tisch kann freistehend oder mit gemeinsamen Beinen am Ganzen befestigt sein. 

Das Büro zu Hause / In unseren Innenräumen ist das Büro heute von reduzierter Größe. Oftmals mit einem oder mehreren integrierten oder fahrbaren Untergestellen ausgestattet, ist er zu einem leicht zu handhabenden, platzsparenden Computermöbelstück geworden. Der Stifttopf hat den Schreibtisch, den Briefsortierer, die Tribüne oder die Kartons ersetzt. Parallel zur Verwendung dieser funktionalen Möbel gibt es jedoch eine Vorliebe für Schreibtische aus Massivholz, für die altmodische Schulbank mit Tafel und für den kleinen Schreibtisch mit Sockel, der seine anmutigen Formen auch tagsüber wieder aufnimmt. Einige Designer variieren diese traditionellen Formen, indem sie sie durch die Struktur, das Material oder die Farbe modernisieren. Marc Berthier kreiert so seit 1967 die Tisch-Studie und den Stuhl Ozoo 600. Er besteht aus glasfaserverstärktem Polyester, hat die traditionelle Form einer Schulbank und wird von Roche-Bobois unter dem Namen Ozoo 700 vertrieben. 1984 erdachte Pierre Sala den Clairefontaine-Notizbuch-Schreibtisch aus lackiertem Holz, Edelstahl und Papier: Seine Platte besteht aus einem nachfüllbaren Block mit 625 Blatt Papier, der auf vier bleistiftförmigen Beinen steht. Das Büro wird so zum Büro-Objekt oder Objekt-Souvenir, reich an emotionalen Assoziationen, die ein kaltes Möbel nicht hergibt.